Mittwoch, 7. Februar 2018

Ich bin fremd hier



Schnell lief er umher, immer schützend in der Dunkelheit. Er gehörte hier nicht hin. 
In einer kleinen Kuppel fand er einen Unterschlupf zum verschnaufen. Leider war diese nicht wie er hoffte verlassen.
Ein kleines (Mädchen?) stand dort und sah ihn an. Es schwebte leicht über den Boden. Erschrocken weiteten sich ihre Augen. Sie wollte zum (wasauchimmer) ausholen, dann begann er mit ihr zu sprechen. "Hallo, bitte nicht erschrecken, ich möchte dir nichts tun. Mein Name ist Mauri."


Er sprach mit mir, mit richtigen Worten. Er öffnete seinen Mund.
Fasziniert sah ich an. So etwas habe ich noch nie gesehen. "Hallo, ich bin Suma, die Tochter von Kato."


Obwohl sie nicht sprach, konnte ich ihre Gedanken gut verstehen. Es war noch ein kleines Mädchen. Vielleicht konnte ich mich ja mit ihr anfreunden und sie veriet mich nicht.

Der Schutzpatron da draußen ist sehr wachsam. Ich bin der letzte, der noch auf der Flucht ist. Was mit meinen Freunden geschah, weiß ich leider nicht. "Hallo Suma, du bist sehr hübsch, hör zu: ich möchte gerne, dass dies hier ein Geheimnis bleibt, ok?". Ich wusste, alle Mädchen lieben Geheimnisse.


Ein Geheimnis, ein richtiges Geheimnis. Fasziniert sah Suma dieses fremde Wesen an. Es stand auf zwei Beinen und musste den Mund öffnen um zu reden. "Darf ich meinen besten Freunden von dir erzählen, Mauri?"


"Neinneinnein, bitte lass dies nur unser Geheimnis bleiben, ok? Das ist sehr wichtig, sonst wäre dies ja kein richtiges Geheimnis. Kannst du mir etwas zu essen besorgen?". Sein Magen knurrte, das es wehtat. Er hatte schon seit Tagen nichts mehr zu sich genommen. Wie konnten sie nur in diese Situation geraten? Nun musste er erst mal schauen, wie er seine Leute kontaktieren konnte, doch zuvor musste er sich erst mal erholen, etwas essen und schlafen. Erschöpft schlief er ein. Er träumte von ihrer Landung auf dem neuen Planeten. Eigentlich war es Zufall. Sie hatten nicht erwartet einen bewohnten Planeten zu entdecken. Wieder spulte sich das Ereignis in seinem Traum ab, wie sie gelandet sind. Wie sie herausgefunden haben, dass Sauerstoff auf diesem Planeten herrschte. Wie sie angestarrt wurden. Wie sie verfolgt und gejagt wurden. Wie ihm - Mauri die Flucht gelang, doch seinem Team leider nicht. Bilder von ihn und seinem Team im Himmel projiziert. Er verstand die Schrift nicht, aber rot blinkend konnte nur "Gefahr" bedeuten. Der Schutzpatron, der ihn jagte, bis er diesen entkommen konnte und hierher fand.

Das NASA-Projekt im Jahre 2050 beschränkte sich darauf, auf anderen Planeten nach Mineralien zu suchen und Erdöl ähnliche Stoffe, da die Erde bereits vollständig ausgebeutet war.

[Es geht bald weiter...]

Sonntag, 14. Januar 2018

Zauberer Rotwein

Vorwort: Nun hat meine Tochter auch "Feuer gefangen". Mit ihr zusammen fange ich nun die nächste Geschichte an.
 "Abrakadabra" - mit diesem Spruch beginnt jeder magische Zauberspruch von Zauberer Rotwein. Er hatte Durst, und wollte sich Wasser herbeizaubern.
Was ein richtiger Zauberer ist, der geht nicht einfach zum nächsten Brunnen, wenn er zaubern kann, um so auch seinen Durst zu stillen.

Aber: es kam nicht immer Wasser, sondern es kam auch Rotwein. Diesen Rotwein konnte er sich nicht einfach aus der Luft herbeizaubern - nein. Dieser Rotwein wurde direkt aus der Menschenwelt hergezaubert.


Nun hatte dieses "Gebräu" einen kleinen Nachteil bei dem kleinen Zauberer in seiner Mühle. Alle großen Zauberer, die etwas auf sich hielten, lebten in einer Mühle. Der kleine Zauberer war so besoffen vom Rotwein,
dass ihm wichtige Wörter beim Zaubern einfach nicht mehr gelingen konnten.
So konnte er zum Beispiel, wenn er neue Schuhe benötigte, sich nur einen von zwei Schuhen herbeizaubern.

Letztens hatte ein junger Mann sich eine Frau zum Verlieben beim kleinen Zauberer gewünscht. "Na klar, das mache ich im Schlaf", sagte der kleine Zauberer zum jungen Mann. An diesen Tag hatte der Zauberer den ganzen Tag kein Wasser für sich herbeizaubern können (ihr könnt es euch schon sicher denken: klar, es war immer nur Rotwein!).


Lallend begann der kleine Zauberer mit seinem Liebeszauberspruch für den jungen Mann: "Abrakadabra - der junge Mann soll sich mit einer Wau verlieben."

Schwuups, schon war es geschehen. Der junge Mann sollte sich fortan in jede schöne Hundedame verlieben, die er sah. Von dort an, baute er sein stattliches Zuhause in einer riesigen Hundehütte um, damit es seiner Liebsten auch gefiel.
Kopfschüttelnd gingen die Einwohner des Dorfes an dem neuen Zuhause vorbei.
Schnell sprach sich die Runde vom kleinen Zauberer herum. Von dort an wurde er nur noch Zauberer Rotwein genannt.

Der kleine Zauberer war dennoch ein Zauberer für besondere Fälle. Er hatte die Gabe, die andere seiner Zunft nicht hatten. Alle Zauberer bewunderten ihn. Er konnte, wie kein anderer Zauberer Kinder sehr glücklich machen. Er hatte ein riesengroßes Herz für alle Kinder dieser und seiner Welt.


Seine Welt war eine ähnliche wie unsere nur
magischer. Alles was natürlich in seiner Welt war, ist in unserer ein kleines Wunder.

Der kleine Zauberer war nicht allein. Er hatte einen gutmütigen Drachen als besten Freund an seiner Seite. Dieser Drache war auch ein Zauberdrache. Er verjagte bei allen Kindern die schlimmen Alpträume.


"Heute ist große Zauberer Versammlung, Rosalie, möchtest du mich begleiten?"  Der Drache Rosalie blicke aus seiner Ecke in der großen Mühle verschlafen den kleinen Zauberer an, und gähnte
erst mal laut auf. "Uuuuuaaahhh, KLAR, WANN GEHT ES LOS?" Der kleine Zauberer kratzte sich am Kopf. "Wie jedes mal bei Abenddämmerung." "GERNE", sagte der Drache.

Vorher musste der kleine Zauberer noch eine Menge vorbereiten. Man darf nicht unvorbereitet an einer Zaubererversammlung erscheinen. Denn das ziemt sich nicht. Er packte folgendes ein: seine wertvollsten Zaubertränke, sein magisches Zauberbuch, den Zauberstab nicht vergessen - und eine Badehose mit einpacken - man konnte ja nie wissen, was dort alles auf einem zukam.



Die Zauberer Versammlung.

Genug Parkplätze waren vor der Versammlung zum Glück noch vorhanden.

Also konnte der kleine Zauberer mit seinem Drachen Rosalie auch unbesorgt und ohne Schrammen bei einem Nebendrachen zu verursachen, einparken.
Rosalie schlief ein, der kleine Zauberer kletterte an ihr herunter und ließ seine Zauberertasche hinter ihn her schweben. Natürlich brauchte er auch dafür einen Zauberspruch, der ihm nicht ganz so gut gelang. Und so schwenkte die Zaubertasche bedrohlich nach links und rechts aus, machte Kurven und schlenker. Viele Zauberer, die bereits auf dem Platz waren, mussten sich schnell ducken oder zur Seite eilen, um nicht erwischt zu werden.

So eine Versammlung unter vielen Zauberern konnte man sich so vorstellen:

Es gab dort viele magische Angebereien, die in unserer Welt wohl vergleichbar mit Magischen Zaubertricks sind. Als der kleine Zauberer das große Zelt mit den Zauberern darin betrat, wurde es still. Alle sahen ihn an. Auch das Sternschnuppenkonzert hörte auf. "Krunkefunk, wir heißen dich willkommen", sagte der Hauptsprecher zu ihm. "Wir haben viel zu besprechen. Wie du weißt, hat jeder von uns eine Aufgabe zu erfüllen. Und dennoch ist etwas merkwürdiges passiert. Dir ist dies sicher schon aufgefallen: Unsere Welt ist schief geworden."
Der kleine Zauberer nickte wissend, obwohl ihm nicht ganz klar war, wovon die anderen Zauberer da eingentlich redeten. Für ihn war die Welt schon immer leicht schwankend. Nicht umsonst wurde er ja auch Zauberer Rotwein genannt.

"Wir sind uns noch nicht ganz sicher, und müssen den großen Löffel befragen. Deswegen sind wir alle hier."


Und so stellten sich alle Zauberer im großen Kreis auf. Alle sagten zusammen: "Abrakadabra, wir rufen dich, großer Löffel. Zeig uns die wahren Probleme unserer Welt."


Es erschien ein verschwommener großer Löffel. Dieser hatte ein Gesicht. Ungefähr so: du schaust auf einem gut polierten Löffel und siehst darin dein eigenes Gesicht. Lange und sehr nachdenklich schaute das Gesicht im Löffel jeden Zauberer an. "EUCH FEHLT ETWAS." "Sag uns, großer Löffel, was fehlt uns?" "DIE FRÖHLICHKEIT." Tatsächlich konnten sich die Zauberer schon lange nicht mehr erinnern, wann sie das letzte mal fröhlich waren und gelacht haben. Alle Blicke gingen zum kleinen Zauberer Krunkefunk. "Warum seht ihr mich denn alle an?", wollte er wissen. "Du machst doch die Kinder in unserer Welt und der Menschenwelt glücklich. Kannst du dies mit uns auch machen?"


Der kleine Zauberer
schloss seine Augen und konzentrierte sich...
Doch er sah immer nur Kinder vor sich, so sehr er sich auch auf die anderen Zauberer konzentrierte. "Nein, sagte er schließlich."

Alle Zauberer wandten sich an den großen Löffel. "Oh großer Löffel, kannst du uns sagen, wie unsere Welt wieder gerade wird und wir unsere Fröhlichkeit wiedererlangen können?"


"IHR MÜSST ETWAS FINDEN, WAS EUCH UND DIE MENSCHEN GLÜCKLICH MACHT". Dann verschwand der Löffel, die Zauberenergie reicht ja auch nicht ewig. Ein Zauberer rief in die Runde: "Ich wäre glücklich mit einer größeren Mühle, und denke die Menschen wären das auch." Ein anderer war der festen Überzeugung, dass jeder Mensch einen Drachen braucht um glücklich zu sein.


Der kleine Zauberer sah an sich herunter. Er hatte nur einen Schuh an. Oh wie gern hätte er zwei Schuhe, dann wäre er schon etwas fröhlicher.


So ging das die ganze Nacht und den nächsten Tag. Aber niemand kam zu einer Lösung, was alle glücklich machen konnte.


So wurde die Zaubererversammlung schließlich aufgelöst. "Wir können uns ja sumsen." Zauberer können sich nämlich Bienen vorbei schicken und diese überbringen in einem wunderschönen Tanz den anderen Zauberer jede Nachricht, die ihnen mitgeteilt wurde.


 Der kleine Zauberer Krunkefunk kehrte zusammen mit seiner Zauberertasche wieder zu seinem Drachen Rosalie zurück. Dieser schlief tief und fest. "Rosalie, ich bin wieder da. Rosalie?" Noch nie hatte hatte der kleine Zauberer seinen Drachen so fest schlafen gesehen. Irgendetwas war anders als sonst...
Rosalie wirkte fast wie versteinert und sah irgendwie nicht mehr so bunt aus. Auch der Himmel wirkte irgendwie etwas blasser als sonst, nicht mehr so blau. Der Zauberer sah sich um. Auf dem großen Parkplatz hatten die anderen Zauberer ebenfalls kein Glück, ihre Drachen aus dem Schlaf zu holen.

Auch hier gab es für viele Zauberer
erst mal eine Lösung, nach Hause zu kommen. Da diese nicht in ihre Mühlen kommen konnten, kamen die Mühlen ein Stück weit zu ihnen und die Zauberer ein Stück weit zur Mühle. Das ging ungefähr so: man malt unterhalb auf einem Baltt Papier eine Mühle. Oberhalb malt man einen Zauberer. Nun faltet man das Blatt Papier in der Mitte, so dass sich Zauberer und Mühle treffen.

In seiner Mühle angekommen, fing der kleine Zauberer weiterhin zu grübeln an, welzte viele Bücher durch und probierte einige seiner kleinen Tricks. Dazu schloss er seine Augen und konzentrierte sich...und sah ein Menschenkind vor sich. Nun fing er an zu murmeln. Menschenkinder können im Schlaf reden. Und wenn man ihnen gut zuredet dann geben sie manchmal die richtigen Antworten auf die richtigen Fragen. "Bist du glücklich, oder hast du angst?" "ICH BIN GLÜCKLICH, WENN MEINE MAMA UND MEIN PAPA BEI MIR IST. ICH HABE ANGST, WENN ALLES FREMD UM MICH HERUM IST." Dann verblasste das Bild vor seinen Augen. Krunkefunk überlegte: Das Menschenkind hat mir beides beantwortet, dabei wollte ich doch nur eines wissen...


Nun war es an der Zeit zu sumsen. Er wollte wissen, was die anderen Zauberer herausgefunden haben. Denn auch einige der anderen Zauberer konnten mit Tieren oder einigen Pflanzen in Kontakt treten - wenn auch nicht so gut wie Krunkefunk. Bienen können auch in der Welt der Zauberer stechen wenn man diese ärgert oder gar fangen möchte. Die Bienen kommen zu einem Zauberer, wenn sie gerufen werden. Natürlich können diese jedes Wort verstehen. Aber irgendwer hat mal angefangen, nicht mehr zu den Bienen zu sprechen, sondern die Nachricht vorzutanzen. Deshalb sind Zauberer, die viel sumsen schlank und fit. Zauberer Krunkefunk gehörte auch dazu. Er öffnete die Fenster und begann leise zu summen. Schon kam eine Biene neugierig zu ihm. So fing er an seine Nachricht für die Biene an die anderen Zauberer zu übermitteln: Die Hände überkreuz hinter dem Kopf. Diese sind die Flügel und flattern mit: Popo nach oben, einmal drehen, Popo nach links wieder zweimal herum. Popo nach unten und wieder zweimal drehen. Dieser Bienentanz ging so recht lange weiter. Als die Biene alles verstanden hatte, nickte sie kurz und flog davon. Später kamen auch die Nachrichten von den anderen Zaubern an. Diese hatten ähnliches zu berichten. Auch Tiere und Pflanzen waren glücklich und auch traurig.



Das magische Zweihorn.

Es gab in der Zaubererwelt tatsächlich ein Tier aus der Menschenwelt. Wie es zu ihnen kam, konnte keiner genau wissen. Für alle war es ein sehr magisches Wesen, da es zwei Hörner hatte. Es war also kein Einhorn, denn Einhörner gab es soviel in der Welt der Zauberer, wie Hunde und Katzen in der Menschenwelt.


Die Zauberer mussten dazu zum Wanderberg. Wo sich dieser Berg gerade befand, war nicht immer gewiss, denn dieser wanderte sehr gerne überall herum. So trafen sich vier der Zauberer, die zusammen etwas ähnliches erfahren haben: Liemesis, Thomadin, Andrumus und Krunkefunk. Neuerdings hatten fast alle diese Smartbohnes bei sich. Das waren kleine
Dinger, mit denen diese sich ständig beschäftigten und immer wieder mit ihnen redeten. Diese kleinen Bohnen gaben dann sehr wichtige Ausrufe wie "Aha und Oho und Ohhh und Ahhh" wieder. So hatten die Zauberer das Gefühl, dass ihnen jemand auch wirklich gut zuhörte. Dabei vergaßen sie öfter mal beim Laufen auch nach oben zu sehen und sich mit anderen zu unterhalten.

Heute aber waren sie alle zusammen und vergaßen mal ihre wichtigen Smartbohnes. Die Welt war heute noch blasser, als gestern. Die Wolken waren grau, nicht wie sonst in bunten
Farben. Leicht über den Boden schwebend, konnten Zauberer sich fortbewegen.

Es dauerte viele Stunden, und es passierte ... rein gar nichts. Alle Zauberer langweilten sich einfach nur (wer hat denn jetzt etwa ein Abenteuer unter Zauberern erwartet?). Doch
schließlich sahen sie den Wanderberg weit hinterm Horizont.

Wie hält man nun einen Wanderberg auf? Das hatten sich die Zauberer nun nicht überlegt. Nun hatte der kleine Zauberer aber von einem Verwandten, dessen Bekannten, der zufällig seine ehemalige Nachbarin mal im Park getroffen hat, dessen Bruder hat einen Wanderberg aufgehalten (Wichtige Informationen sprachen sich in der Zaubererwelt wirklich so rum). "Ja so ungefähr sollte es gehen", sagte er zu den anderen Zauberern. Krunkefunk ging (oder schwebte) zu der Vorderseite des Wanderberges hielt beide Hände von sich gestreckt und sagte "STOP". Der Wanderberg hielt an.


"Ein magisches Zweihorn müssen wir finden. Dies ist auf deinem Rücken". Thomadin, ein recht langer großer Zauberer wusste aber auch von einem Bekannten, dessen Verwandten, und seiner Schwester, deren Vater hatte mal gehört,
dass Wanderberge nicht sprachen. Deshalb begaben sich die Zauberer selber auf die Suche nach diesem Magischen Wesen. So ein Wanderberg ist eigentlich nicht schwierig zu besteigen. Der Wanderberg hatte sich daran erinnert, dass einige Leute sich nicht beim Klettern auf ihn halten konnten. Deshalb hat der Berg klugerweise Treppen eingebaut. Und so stiegen die Zauberer immer höher auf dem großen Wanderberg und suchen in seinen Höhlen, Büschen und Gruben nach dem Magischen Wesen. Da Einhörner natürlich sprechen konnten, dachten alle, sie könnten das Zweihorn rufen. Doch sie bekamen keine Antwort.
Krunkefunk wusste aber von einem Menschenkind, dass Zweihörner gerne Möhren essen. Und so kramte er in seinen mitgebrachten Vorratsschrank. Solche Schränke sind einfach nur praktisch, da man sie überall hin mitnehmen konnte, ohne zu verhungern. Jeder von ihnen bekam eine Möhre in die Hand. Nun wedelten sie mit der Möhre so vor sich hin, daß kein Zweihorn widerstehen kann. Weiter oben sahen sie tatsächlich das magische Zweihorn. Es gab ein schüchternes "Mähhäähhää" von sich. Langsam mit den Möhren vor sich wedelnd begaben sich die Zauberer zu dem Tier.

Andrumus konnte Tiere verstehen. Das Zweihorn war hungrig. Dankbar fraß es die Möhren. Es wollte wieder zurück nach Hause. "Wo ist denn dein Zuhause?", fragte der Zauberer. Er bekam heraus,
dass dieses Tier sich in eine Höhle verirrt hat und sich so auf dem Wanderberg wiedergefunden hatte. Diese Höhle ist hier noch irgendwo, dass merkten auch alle Zauberer. Denn ein Tor in die Menschenwelt war für sie spürbar. Plötzlich, schwankte der Wanderberg bedrohlich, da ja die Welt der Zauberer schief geraten war. Nun mussten sich alle ganz doll festhalten. Das war gar nicht so einfach auf einem schwankenden Wanderberg auch noch die richtige Höhle zu finden, aus der das magische Zweihorn kam. Bäume, Büsche und sogar das Gras wurde irgendwie festgehalten, damit sich alle vorwärtsbewegen konnten. So suchten sie Höhle für Höhle auf dem Wanderberg ab. Schon fast ganz oben auf dem Wanderberg angekommen, gab es einen dunklen Eingang. In diesen begaben sich alle hinein.


Die Menschenwelt

Nicht nur Zauberer Krunkefunk, sondern auch alle anderen hatten so ein merkwürdiges Gefühl. Noch nie hatten sie so eine Beklommenheit gespürt. Dieses Gefühl konnten sie allerdings nicht richtig einordnen. Als der Höhleneingang zu ende war, wurde es immer heller. Die Beklommenheit fiel ab und neugierig sahen die Zauberer sich die Menschenwelt an. Zauberer Liemesis konnte als erster die Bäume rauschen hören, so als wollen sie ihm etwas mitteilen. Das magische Zweihorn ging noch über eine große Wiese mit den Zauberern, bis es sein Zuhause entdeckte und sich davon machte. Die Zauberer mussten plötzlich lächeln und waren froh, dass sie das Zweihorn nach hause brachten.


In gar nicht weiter Ferne hörten sie Musik, viele Geräusche, Lachen und Menschenlärm. So etwas hatten sie noch nie gesehen und gehört. Die Zauberer in ihren Gewandten sahen auf einem Jahrmarkt überhaupt nicht seltsam aus. Krukefunk spürte die riesige Freude bei Kindern und auch den Erwachsenen. Vor sich sahen sie eine Geisterbahn. Hier kam gerade die Wagengondel mit den Menschen aus einem großen Tor heraus. "Wir sollten uns das mal ansehen", riet Krunkefunk den anderen. Obwohl sie kein Geld besaßen, konnten sie ohne zu bezahlen alles mitmachen und auch Süßigkeiten vernaschen. Aber zuerst einmal ging es in die Geisterbahn. Sehr sehr mulmig wurde es für alle Zauberer. Die Gespenster in den duklen Gängen, Geister, Spinnen und Monster machten den Zauberern angst. Immer kleiner machten sie sich in ihre Wagengondel. Als es endlich vorbei war, wurde ihnen so leicht ums Herz, dass sie laut loslachten. So gelacht haben sie schon sehr lange nicht mehr. Alles was es auf dem Jahrmarkt  gab, machten sie mit: Achterbahn fahren, Riesenrad, Ballon schießen, Autoscooter und noch vieles mehr. Immer hatten sie mal angst und mal Freude. Und manchmal auch alles irgendwie zusammen. Hier begriffen sie auch den Zusammenhang: Es ist ok neben Freude auch Angst zu haben. Sie blieben bis spät am Abend auf dem Jahrmarkt. Völlig erschöpft vom vielen Lachen und der Freude, gingen sie wieder auf die große Wiese zurück zum Höhleneingang. Nun hatten sie zwar in der dunklen Höhle angst, aber sie hatten gelernt, den Mut zu haben, ihre Angst zu überwinden.


Wieder auf dem Wanderberg angekommen, begaben sich die Zauberer nun sehr redselig und lustig auf dem Rückweg. Irgendwann fiel Zauberer Krunkefunk der Rotwein auf dem Jahrmarkt ein. Diesen Rotwein habe ich mir immer herbeigezaubert, obwohl ich eigentlich nur Wasser wollte. Das Rotwein gar nicht gut ist, erfuhr er nun von den anderen Zauberern. "Als erstes musst du laut Aqua rufen, damit du auch auf jeden Fall Wasser erhältst". Dies probierte Krukefunk nun aus, und endlich konnte er sich auch wieder Wasser herbeizaubern ohne Rotwein zu bekommen.


Hoch oben im Himmel hörten sie die Rufe ihrer Drachen. Sie waren wieder lebendig und suchten schon nach ihren Besitzern. Auch die Zaubererwelt war wieder wie früher, bunt gerade und sehr magisch.


Alle Zauberer verabschiedenden sich nun gegenseitig mit Umarmen und Küsschen, haben sie dies doch in der Menschenwelt auf dem Jahrmarkt gesehen. Als Zauberer Krunkefunk wieder in seiner Mühle war, ging er zufrieden in sein Bett und machte die Augen zu. Vor sich sah er Kinder, die er glücklich machte und zusammen mit Rosalie auch die schlimmen Alpträume verjagte.


Der nächste Morgen brach an und Zauberer Krunkefunk hatte noch nie so gut geschlafen. Voller Tatendrang begab er sich auf Rosalie und sie machten ihren üblichen Rundflug in der Zaubererwelt. Krunkefunk erzählte Rosalie von seinem Abenteuer wie ihre Welt wieder heil wurde und sie die Freude der Menschenwelt in ihre zurückbrachten. Auch hatten die Zauberer ohne es zu wissen, ein Stück Magie und Freude in die Menschenwelt gebracht und auch diese ein wenig mit geheilt.

Ferdinand und Klara




Ferdinand

"Hhhhaaaalllloooo"

Immer, wenn ich jemanden sah, begrüßte ich ihn so. Doch ehe ich überhaupt eine Antwort bekam war er schon weg. Warum ? Warum ging alles so schnell ? Alles um mich herum bewegt sich so schnell. Einmal, da kamen ganz viele an mir vorbei. Noch ehe ich zum Gruß ansetzte, waren sie schon nicht mehr zu sehen.
Mein Lieblingsplatz ist ein Blatt. Das ist wenigstens immer da. Es wartet auf mich. Auch die Blumen sind immer noch am selben Platz.
Ich gehe es ruhig an, esse wenn ich hunger habe und schlafe, wenn ich müde bin.

Einmal habe ich jemanden gesehen, der lag da, als ich ihn begrüßte: "Hhhhaaaalllloooo, iiicchh binn Feeerdinaaand...". Ich konnte nun endlich mit jemanden reden, der mir zuhörte, bekam aber keine Antwort.

Doch nun war er nicht mehr da. Es wimmelte ganz schnell in ihm. Kleine helle Striche haben ihn aufgegessen.

So suchte ich nach einem neuen Freund.

Ich kroch dahin - langsam. In meiner Familie nannten sie mich immer den "Langsamen". 
Eines Tages ging meine Familie einfach weg, sie wollten nicht mehr auf mich warten. Seitdem bin ich allein.

Auf einer hohen Mauer schaute ich mich um. Es war
Lärm zu hören. Wieder ging alles viel zu schnell. Ich konnte gar nicht sehen was da los war.

Doch dann sah ich - große Augen. Sie blickten mich an. Ein großer Mund sagte etwas sehr deutlich: "Hhhhaaalllloooo, ich bin Klaaaraaa". Ich hatte meinen Freund gefunden. 



Klara

Ich sah eine kleine Schnecke. Ich hatte den Eindruck sie reagierte auf meinen Gruß.

Sie schaute direkt in meiner Richtung.
Die Mauer war gerade groß genug für mich. Gerade so, daß ich im Sitzen mit meinem  Rollstuhl die kleine Schnecke direkt ansehen konnte.
Ich streckte meine Hand aus und wartete. Das konnte ich gut - warten. Meistens wußten viele nicht, warum ich eigentlich wartete. Es waren die Antworten, wenn ich etwas fragte. Nur wußte keiner, was ich für Fragen stellte. Doch viel zu schnell waren sie schon wieder weg ...

Nur diese kleine Schnecke nicht. Sie sah aus, als wenn sie mich verstand. sie kroch auf meine Hand.




Klara durfte ihren neuen Freund behalten und dieser hat nun ein eigenes Terrarium.
Sie fing an zu reden - zwar sehr langsam, aber sie redete !
Ihre Eltern waren sehr erstaunt. Eine Schnecke hat mehr erreicht, als eine jahrelange logopädische Therapie. 

Immer, wenn Klara mit der kleinen Schnecke redet, haben alle den Eindruck, als recke sie ihren langen Hals, schaut sie direkt an und hört ihr ganz genau zu.


Und dann hat Klara da noch eine neue Regung:


Sie lächelt !

Freitag, 12. Januar 2018

Von Farben und dem Sinn des Lebens

Vorwort: Eigentlich war ich immer gut in Kurzgeschichten schreiben, habe damals aber viel zu weit und viel zu kompliziert gedacht (ganze Bücher schreiben, Recherchen usw.). Einfach mal mit Kurzgeschichten anzufangen und mich erst mal darin auszuprobieren kam mir gar nicht in den Sinn...bis heute...



Ich blickte in ein helles Licht, dass mich vollkommen blind machte - blind für alles andere. Ich hörte noch ein ohrenbetäubendes, langezogenes Hupen, dann war alles still...

Diesmal war es Lila. Lila hatte ich noch nicht. Diese Farbe stand für ein Leben als armer, einsamer, alter Mensch.

Andere hatten schon lange diese und auch andere Farben. Sie waren die, die man als "weise" bezeichnen konnte. Aber dennoch kamen sie immer wieder in die Menschenwelt zurück um neue Erfahrungen kennenzulernen, neue Leben zu leben und neue Farben auszuprobieren.

Was ist der Sinn des Lebens? Das hatte ich mir schon öfter gestellt. Wir sehen es unterschiedlich: einige "sammeln" wie ich die Farben, bis nur noch ein Schwarz entsteht. Das Schwarz, das uns unendlich umgibt - das Schwarz des Alls. Dann können wir mit dem All verschmelzen und sind eins mit dem Universum.
Andere sammeln Emotionen. Diese sind zwar auch wieder in Farben zu erkennen, aber sie sind nicht so unterschiedlich, sondern gleichen sich.

Dann gibt es welche, die möchten einfach das gleiche Leben immer wieder wiederholen - weil es einfach so schön war ...
Wenn wir möchten, können wir auch hier bleiben, bei all den anderen Seelen.

Ja, wir sind Seelen oder körperlose Wesen, die in Menschen oder auch Tieren und Pflanzen wiedergeboren werden können.

Nun bin ich bereit! Eine neue Farbe - welche auch immer - nur nicht Lila.
Ich warte - und sehe BLAU.


Mal sehen, welches Leben ich damit meistern darf ...