Weisst du wie Sterne entstehen ?

"Annika, kommst du jetzt?". Linda war sehr in Eile. In Gedanken war sie schon bei ihrem Meeting. Ein wichtiges Meeting, hatte sie sich schon wochenlang darauf vorbereitet. Wo ist sie denn nur?

Annika stand da und träumte. Immer wenn es schnell gehen muste, ging es bei Annika langsam zu.  Annika hielt inne und sah sich den Himmel an. Die Wolken hatten eine sehr besondere Form. "Mama. sieh Mal da oben". Sie zeigte mit dem Finger gen Himmel. Linda sah kurz nach oben. "Annika, komm jetzt, ich muss gleich zur Arbeit. Da ist doch nichts". "Doch, die Wolken sehen wie ein Zug aus mit ganz vielen Wagons". Linda war das peinlich, sahen doch schon die Leute um sie herum erst Annika an und dann nach oben. Sie blinzelten, als würden sie direkt in die Sonne schauen, dann zuckten sie die Schultern und gingen weiter. Sie wusste nicht richtig weiter. War doch ihre Tochter sehr sonderbar. Schon als Kleinkind wollte Annika spielen. So ein Wort hatte Linda noch nie gehört. Genauso wie das Wort träumen. Klar lernte Annika die Sprache wie auch andere Kinder in ihrem Alter innerhalb von wenigen Tagen seit geburt, aber meistens stand sie da und hielt den Blick starr und...träumte. Dies hatte Linda erst herausgefunden, als ihr das ein Arzt sagte. "Träumen?", hatte sie gefragt, "ist das was schlimmes?". Aber das konnte der Arzt ihr auch nicht genau sagen. Heute war viel los, deshalb konnten sie kein Einzelfahrzeug erwischen. Auf einer breiten Fahrbahn schwebten Gondeln vorbei und hielten an einer kleinen Haltestelle. Linda stieg mit Annika in einer ein, die gar nicht weit weg von ihrem Haus anhielten. Die Türen gingen auf, Leute stiegen eilig aus und wieder ein. Die Menschen, die saßen schauten auf ein kleines Display vor sich und unterhielten sich aufgeregt mit ihrer Firma. Nur wenige saßen wie Linda da und machten wichtige Notizen oder gingen sie durch. Annika ging zu einem Mann, der Graphen zeichnete. Einige davon waren etwas farbiger als die anderen. Sie schaute ihm zu. Der Mann sah zu ihr auf, vermutete er doch, sie würde ihm einen Tipp geben. "Kleine Erwachsene, möchtest du mir was sagen?". Annika sah verträumt zu ihm. Dann sagte sie: Weisst du wie Sterne entstehen? Man lässt Luftballons in den Himmel steigen. Wenn diese im Weltraum angekommen sind, entstehen daraus Sterne und Planeten".
Der Mann blinzelte nervös. Dann schüttelte er leicht den Kopf und sah wieder auf seiner Skizze.
Weiter hinten saß wieder der junge Mann, den Annika schon öfter gesehen hatte.  Und immer halb durchsichtig. Dieser war nicht beschäftigt, wie all die anderen. Er sah nur sie an und lächelte. "Annika, was machst du?". Sie drehte sich zu ihrer Mutter um. "Wir müssen gleich aussteigen". Als sie wieder nach dem jungen Mann sehen wollte, war dieser weg, wie vom Erdboden verschwunden.
Die Gondel blieb abrupt stehen. Auf dem breiten Weg lag ein Mann. Schon wieder jemand, der einen Herzinfarkt erlitten hatte. Jeder wusste, warum es so war. Alle schauten woanders hin und stiegen aus.
Von hier hatte es Linda zum Glück sowieso nicht weit nach Hause. Eine sehr lange Häuserreihe reihte sich fast endlos aneinander. Dieser Bezirk gehörte der Firma, bei dem Linda arbeitete. Sie griff die Türklinke und die Tür ließ sich öffnen. "Willkommen zuhause!" Der Hauscomputer machte das Licht an und teilte mit, daß sich ihre Kollegen der Firma 828 in wenigen Minuten zur Konferenz treffen. An einem großen runden Tisch saßen auch schon schemenhaft menschliche Gestalten. Es würde gleich losgehen.
[Es geht bald weiter]



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